Beweidungsprojekt mit drei Urwildpferden aus Hellabrunn bei Gießen erfolgreich angelaufen

Das gemeinsame Projekt von Hellabrunn und dem Bundesforstbetrieb Schwarzenborn vereint Ziele aus Natur- und Artenschutz

[Münchner Partner, 04.04.2012] Für drei Przewalski-Urwildpferde aus dem Münchener Tierpark beginnt ein neuer Lebensabschnitt – auf einem Gelände vom Bundesforst bei Gießen leben sie nun fast autark vom Menschen. Die Eingewöhnung in Hessen sei problemlos verlaufen.

Foto: Münchener Tierpark Hellabrunn AG

Foto: Münchener Tierpark Hellabrunn AG

Vier Przewalski-Urwildpferde sind auf einem 23 Hektar großen Gehege auf der Hohen Warte in der Nähe von Gießen angesiedelt worden.

Im Rahmen eines Projekts des Europäischen Erhaltungszuchtprgramms (EEP) sind insgesamt vier Przewalski-Urwildpferde auf einem 23 Hektar großen Gehege auf der Hohen Warte in der Nähe von Gießen angesiedelt worden.
Drei Stuten stammen aus Hellabrunn, eine aus der „Wilhelma“ in Stuttgart. Das gemeinsame Projekt von Hellabrunn und dem Bundesforstbetrieb Schwarzenborn vereint Ziele aus Natur- und Artenschutz – im Rahmen eines neuen Beweidungsprojekts dienen die Tiere als Beitrag zum Naturschutz. Für Hellabrunn und die Zuständigen des Erhaltungszuchtprogramms geht es um die Vergrößerung der Population der Przewalski-Pferde, aber auch um die Vorbereitung einer eventuellen späteren Auswilderung.
Auf der Hohen Warte bei Gießen werden die zwei- und dreijährigen Przewalski-Stuten aus Hellabrunn und die siebenjährige Stute aus Stuttgart nun daran gewöhnt, mit nur minimalem Einfluss des Menschen unter komplett natürlichen Gegebenheiten zu leben. Dies, und die Offenhaltung und Gestaltung von wichtigen Naturschutzgebieten wie die „Hohe Warte“ sind die Ziele eines solchen Beweidungsprojekts mit Przewalski-Pferden. Die Tiere sind extrem widerstandsfähig, können Temperaturen zwischen plus 45 und minus 35 Grad trotzen und sich von kargen Gräsern ernähren. Auf der Hohen Warte lernen die vier Stuten nun, ein selbstständiges Leben zu führen.
Das Beweidungsprojekt bei Gießen ist bereits das dritte dieser Art in Deutschland, bei dem der Münchener Tierpark – sowohl mit Przewalski-Pferden als auch mit Unterstützung von tierärztlicher und zoologischer Seite – Mitinitiator ist. Auch in Tennenlohe und in Hanau leben seit 2003 bzw. 2007 Urwildpferde aus Hellabrunn und tragen dort maßgeblich zu dem Erfolg der Beweidungsprojekte bei. Die bereits sehr erfolgreiche Zusammenarbeit von Bundesforstbetrieb Schwarzenborn, Herrn Goebel und dem Tierpark Hellabrunn seit 2007 in Hanau hat den Ausschlag gegeben, ein weiteres, sehr kosten- und arbeitsintensives Projekt wie die „Hohe Warte“ in Angriff zu nehmen. Denn nur mit zuverlässigen und hoch engagierten Projektpartnern ist solch ein „Hellabrunner Herzensprojekt“ wie die Erhaltungszucht von Przewalski-Pferden überhaupt möglich. Im Münchener Tierpark gibt es bereits seit 1932 direkte Nachkommen der wilden Przewalski-Pferde. Seitdem ist es Zoologen und Tierärzten aus Hellabrunn ein großes Anliegen, die Pferde erfolgreich weiter zu züchten und so ihr Überleben auch in Zukunft zu sichern.
Das Projekt habe einen äußerst erfolgversprechenden Start – die Stuten hätten sich ohne Probleme sehr schnell aneinander und an ihre neue Umgebung gewöhnt. Nun hofften sie, dass sich Interessierte, die zum Gehege kommen, vorbildlich verhalten, sich an den Tieren erfreuen, aber die Tiere nicht füttern, sagt dazu Hellabrunns Leitende Tierärztin Dr. Christine Gohl. Sie war von Anfang an aktiv im Projekt involviert. Sei es Flächenbegutachtung, Kommunikation zwischen den Kooperationspartnern, Transportorganisation und -begleitung, Anleitung der tierärztlichen Betreuung vor Ort oder Unterstützung des zuständigen Försters – Dr. Gohl ist jederzeit Ansprechpartnerin für das Projekt. Auch Zoodirektor Dr. Andreas Knieriem freut sich über den positiven Ablauf – dieses Projekt beweise eindrucksvoll, wie wichtig zoologische Einrichtungen für die Arterhaltung seien und wie verbunden Hellabrunn mit den Przewalski-Urwildpferden sei. Bei erfolgreicher Weiterzüchtung könnten später einige Tiere ausgewildert werden und helfen, die Urwildpferde in Zukunft auch wieder in ihrer ursprünglichen Heimat anzusiedeln.

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