Bruckner Akademie Orchester: Osterkonzert 2011 mit Werken von Richard Wagner und Johannes Brahms

Ausloten der Differenzen und Berührungspunkte beider Komponisten

[Münchner Partner, 11.03.2011] Das aktuelle Programm des „Bruckner Akademie Orchesters“ mit Wagner und Brahms verbindet zwei Musiker, die zeitlebens eher kühle Distanz wahrten, da sie sich verschiedene Lagern zugehörig wähnten – gewissermaßen „neudeutsche vs. dauerhafte Musik“. Abgesehen von den unterschiedlichen Genres, in denen die beiden Komponisten arbeiteten, bietet das Programm die Möglichkeit, selbst die Differenzen und Berührungspunkte auszuloten. Wagners romantische Oper „Lohengrin“, in den 1840er-Jahren entstanden, wurde am 28. August 1850 in Weimar unter dem Dirigat von Liszt zum ersten Mal aufgeführt. In den beiden berühmten Vorspielen ist bereits die Leitmotivtechnik hörbar – bei dem zum 1. Akt wird das Motiv des Heiligen Grals vorgestellt, bei dem zum 3. Akt erstehen orchestral die Hochzeitsfeierlichkeiten. Die Uraufführung von Wagners „Tristan und Isolde“ fand am 10. Juni 1865 in München unter der Leitung von Hans von Bülow statt. Das Vorspiel dazu war allerdings bei einer ersten konzertanten Aufführung 1860 vom Publikum abgelehnt worden. Die Schlussmusik, die heute meist als „Liebestod“ bezeichnet wird, nannte Wagner selbst übrigens „Isoldes Verklärung“.
Brahms, der letzte Klassiker und gleichzeitig weit voran auf dem Weg zur Romantik, dirigierte selbst die Uraufführung seiner letzter Sinphonie am 25. Oktober 1885 in Meiningen. Das ungewöhnliche, beeindruckende Werk mit der mittlerweile wohlbekannten
Chaçonne im 4. Satz stieß zunächst auf gemischte Reaktionen von enthusiastischem Beifall bis zu schroffer Ablehnung. Für Brahms ist die Vierte ein Schlusspunkt. Obwohl er noch zwölf Jahre lebte, komponierte er bis zu seinem Tod keine großen Orchesterwerke mehr.

Foto: Bruckner Akademie Orchester e.V.

Foto: Bruckner Akademie Orchester e.V.

Jordi Mora: Künstlerischer Leiter und Mentor des „Bruckner Akademie Orchesters“

Im 1992 gegründeten „Bruckner Akademie Orchester“ treffen sich jährlich zu Ostern Instrumentalisten verschiedensten Alters hauptsächlich aus München, aber auch aus dem In- und Ausland, so aus den Niederlanden, aus Spanien, Italien, Argentinien und den USA, um unter der Leitung von Jordi Mora große sinphonische Orchesterwerke zu erarbeiten und bei Konzerten in und um München öffentlich vorzutragen. Das Orchester zeichnet sich durch die lebendige Art der methodischen Orchesterarbeit und durch ungebremste Freude am Musizieren aus. Der hohe Anspruch der Programme und die hervorragende Resonanz haben dieses aus engagierten Laien, Musikstudenten und Berufsmusikern bestehende Orchester längst vom Amateur-Niveau abgehoben. Geblieben sind der Enthusiasmus und die Experimentierlust, die das „Bruckner Akademie Orchester“ für Musiker und Zuhörer gleichermaßen attraktiv machen. Der Name des Orchesters entspricht der Zielsetzung, vor allem das sinphonische Schaffen Bruckners regelmäßig einzustudieren und aufzuführen.

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BRUCKNER AKADEMIE ORCHESTER
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