Filmmuseum: Werkschau Michail Kalatosow in München

Michail Kalatosow (1903 – 1973), dessen frühe Filme
unter Stalin verpönt waren, die später aber internationale Anerkennung fanden

(10.9.2013) Von 13. September bis 6. Oktober zeigt das Filmmuseum im
Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, neun Filme des georgischrussischen
Regisseurs Michail Kalatosow (1903 – 1973), dessen frühe Filme
unter Stalin verpönt waren, die später aber internationale Anerkennung fanden. Eröffnet wird die Reihe am Freitag, 13. September, um 18.30Uhr mit Kalatosows einziger Komödie „Reise mit Hindernissen“ (1954).

Der Filmhistoriker Alexander Schwarz hält zuvor eine Einführung.
Michail Kalatosow studierte Wirtschaftswissenschaften, war Schauspieler,
Cutter, Kameramann; zu Beginn seiner Karriere drehte er Dokumentarfilme.
Nach seinem zweiten Film „Das Salz Swanetiens“ (1930), einer wegweisenden
Arbeit des jungen sowjetischen Dokumentarfilms, warfen die
sowjetischen Behörden ihm vor, im Widerspruch zur Staatsideologie zu
stehen. Der dritte Spielfilm „Nagel im Stiefel“ (1932) wurde mit der gleichen
Begründung verboten. Kalatosow durfte acht Jahre lang keine Filme
mehr drehen und beschränkte sich auf Verwaltungsaufgaben in der georgischen
Filmindustrie. Der Regisseur verließ schließlich Georgien und wanderte
nach Russland aus. 1939 wurde Kalatosow für eine kurze Zeit sowjetischer
Filmattaché in Los Angeles. Seine Propagandafilme machten
Kalatosow überdies zum stellvertretenden Minister der sowjetischen Kino

Der Film, der eine vom Krieg zerstörte Liebe schildert,
wurde einer der größten Kinoerfolge im Westen

Mit seiner poetischen Ballade „Wenn die Kraniche ziehen“ (1957) gelang
es Kalatosow, dem sowjetischen Film in der ganzen Welt sein Ansehen
wiederzugeben. Der Film, der eine vom Krieg zerstörte Liebe schildert,
wurde einer der größten Kinoerfolge im Westen und 1958 in Cannes mit
der „Goldenen Palme“ ausgezeichnet. Den in spanischer Sprache und mit
kubanischen Schauspielern gedrehten Film „Ich bin Kuba“ (1964), eine surreale
Hymne auf die kubanische Revolution, verbannte die Sowjetunion
30 Jahre lang ins Archiv. 1969 drehte Kalatosow seinen letzten Film „Das
rote Zelt“, eine sowjetisch-italienische Koproduktion mit Sean Connery,
Claudia Cardinale und Hardy Krüger in den Hauptrollen.
Die beiden Stummfilme „Das Salz Swanetiens“ und „Nagel im Stiefel“
werden von Günter A. Buchwald am Flügel und an der Violine begleitet
(20. und 21. September, 18.30 Uhr).
Weitere Infos finden sich unter www.muenchner-stadtmuseum.de/film/.
Pressefotos werden auf Anfrage unter Telefon 2 33-2 05 38 zugeschickt.
Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 3 Euro. Aufschlag bei Überlänge.
Telefonische Kartenreservierungen sind unter 2 33-9 64 50 möglich.

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