Retrospektive im Filmmuseum: Margarethe von Trotta zum 70. Geburtstag

Zur Vorführung von „Die bleierne Zeit“ am 12. Januar 2012 wird Margarethe von Trotta im Filmmuseum zu Gast sein

[Münchner Partner, 09.01.2012] Anlässlich des 70. Geburtstags von Margarethe von Trotta zeigt das Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, eine Retrospektive mit allen 20 Regiearbeiten der Schauspielerin und Regisseurin sowie ausgewählte Filme, in denen sie Co-Regie führte oder als Schauspielerin mitwirkte. Zur Vorführung von „Die bleierne Zeit“ am 12. Januar 2012 um 19 Uhr wird Margarethe von Trotta im Filmmuseum zu Gast sein.
Margarethe von Trotta bekam bei einem Aufenthalt in Paris erste Kontakte zur Filmszene. Sie studierte später Kunst, dann Germanistik und Romanistik in München und besuchte parallel eine Schauspielschule. Engagements an Theatern in Dinkelsbühl, Stuttgart und Frankfurt folgten. Ab 1967 spielte sie auch Rollen im Film und arbeitete mit Regisseuren des Neuen deutschen Films wie Herbert Achternbusch, Klaus Lemke und Rainer Werner Fassbinder.
Gemeinsam mit Volker Schlöndorff schrieb sie 1975 das Drehbuch zu „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, nach einer Erzählung von Heinrich Böll, mit Angela Winkler in der Titelrolle. Der Film, der zu den politischen Debatten um den Terrorismus Stellung bezieht, wurde zu einem enormen Kassenerfolg, obwohl er von konservativen Kreisen angefeindet wurde.
Ihr erster eigener Spielfilm war 1978 „Das zweite Erwachen der Christa Klages“ über eine zornige Frau, die eine Bank überfällt, um einen Kinderladen zu retten. Wie immer stehen Frauen im Zentrum ihrer Filme, die ihren eigenen, oft unangepassten Weg gehen.
Der größeren Öffentlichkeit wurde von Trotta durch den mehrfach preisgekrönten Film „Die bleierne Zeit“ (1981) bekannt, der die Beziehung zweier Schwestern zeigt, die der der in den Untergrund gegangenen Gudrun Ensslin und ihrer feministisch engagierten Schwester Christiane nachempfunden war. Dabei arbeitete von Trotta zum ersten Mal mit Barbara Sukowa zusammen, die noch in fünf weiteren Trotta-Filmen in einer Hauptrolle zu sehen sein sollte, wie in „Rosa Luxemburg“ (1986) und „Vision – Aus dem Leben der Hildegard von Bingen“ (2009).
Von 1988 bis 1993 drehte sie drei Filme in Italien, es folgten mehrere TV-Produktionen, darunter die erfolgreiche Miniserie „Jahrestage“ (2000) nach dem Romanzyklus von Uwe Johnson, bevor von Trotta 2003 mit „Rosenstraße“ ihren nächsten Kinofilm drehte – die Geschichte des Protestes „arischer“ Frauen für ihre jüdischen Männer im Berlin der Nazizeit.
Margarethe von Trotta hat soeben die Dreharbeiten zu ihrem Film über die jüdische Philosophin und Publizistin Hannah Arendt abgedreht – wieder mit Barbara Sukowa in der Titelrolle.

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