Tony Gatlif: Filmmuseum zeigt Werkschau

14. März bis 26. April 2012 im Filmmuseum / Münchner Stadtmuseum am St.-Jakobs-Platz 1

[Münchner Partner, 12.03.2012] Vom 14. März bis zum 26. April 2012 zeigt das Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum am St.-Jakobs-Platz 1 eine Werkschau mit acht Filmen von Tony Gatlif, dem französischen Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler, Komponisten und Filmproduzenten mit Roma-Wurzeln. Gatlif selbst wird am 25. April zu seinem Film „Transylvania“ und am 26. April 2012 zu „Korkoro (Freiheit)“ zu Gast sein.
Gatlif wurde 1948 in Algier geboren; sein Vater ist Araber, seine Mutter kommt aus einer Familie andalusischer Gitanos. Um einer Zwangsheirat zu entgehen, verließ er seine Familie und landete zunächst in Marseille, schließlich in einem Erziehungsheim in der Nähe von Paris. Mit seinem großen Interesse an Film und Theater begann in den 1970er-Jahren Drehbücher zu verfassen und Kurzfilme zu drehen. 1983 drehte er seinen ersten eigenen Spielfilm, „Les Princes“, über einen sozialen Brennpunkt in einem Vorort von Paris, wo sesshaft gemachte Manouches leben und mit Vorurteilen zu kämpfen haben.
Gatlif gilt als der bekannteste Regisseur mit Roma-Wurzeln, der es versteht, Geschichten aus der Perspektive der Roma/Tsiganes/Manouches zu erzählen, was für diese international eine große Bedeutung habe. Er inszeniere gegen den Strich, filme gegen Rollenklischees an, übertreibe zum Teil ins Groteske und lasse vor allem die Bilder und die Musik sprechen.
„Latcho Drom“ (1993), in dem er sich auf den Spuren des nomadisierenden Volkes auf eine Reise durch die Welt begibt, kommt ganz ohne Kommentar aus und lebt vollkommen von der Musik und vom Tanz. In „Gadjo Dilo“ (1997) reist ein junger Franzose nach Rumänien, um eine Sängerin und ihr Zigeunerlied zu finden. „Vengo“ (2000) erzählt von der Magie des Flamencos in Andalusien „Swing“ (2002) beeindruckt durch die Musik und die Persönlichkeit eines Gitarrenvirtuosen, in „Exils“ (2004) treibt es ein junges Pärchen mit einer undefinierbaren Sehnsucht nach Algerien. In „Transylvania“ (2006) spielt der Underground-Star Asia Argento die Hauptrolle als hexenhafte Göttin, „Korkoro“ (2009) spielt zur Zeit der deutschen Besatzung in Frankreich und zeigt eine Zigeunerfamilie, die auf Weingütern arbeitet und von Internierung und Deportation bedroht ist.
Die Werkschau Tony Gatlif ist der Auftakt zu drei weiteren Programmen im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Stimmen der Roma“. Alle Titel und Termine der Reihe sind im Programmheft des Filmmuseums online zu finden.
Karten für die Filmreihe können unter der Telefonnummer (089) 233 964 50 vorbestellt werden. Der Eintritt kostet vier Euro, ermäßigt drei Euro.

Weitere Informationen zum Thema:

filmmuseum / münchner stadtmuseum
Die Stimmen der Roma / Retrospektive Tony Gatlif

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